Uwe Krüger: Macht der Journalismus Propaganda für den Elitenkonsens?

Große Medien fokussieren ihre Berichterstattung üblicherweise auf den Diskurs politischer Eliten, sie sind von Letzteren als Quellen hochgradig abhängig und ihr Führungspersonal ist oft auch im Milieu politischer und wirtschaftlicher Entscheider:innen vernetzt. Das hat zur Folge, dass sich in aktueller Berichterstattung vor allem die Themenpalette und das Meinungsspektrum des aktuellen Elitendiskurses spiegelt – und nicht viel darüber hinaus. Politische Großwetterlagen wie Zeitenwende-Militarisierung oder neoliberaler Sozialabbau werden daher im medialen Mainstream tendenziell wenig hinterfragt. Journalistische Ideale von Objektivität und Neutralität befördern diese Tendenz, die Kritiker wie Edward Herman & Noam Chomsky als „Propaganda für den Elitenkonsens“ bezeichnen und mit der politischen Ökonomie der Massenmedien begründen.

Dr. Uwe Krüger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und Forschungskoordinator des dortigen Zentrums Journalismus und Demokratie. Er ist Mitgründer des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft.

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Themenbezogene Veröffentlichungen:

Krüger, Uwe (2016): Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen. 2. Aufl., München: Verlag C. H. Beck